Kraftwerk in Köln

Kraftwerk in Köln

Ich habe mich ja immer etwas über all die Leute lustig gemacht, die auf der Musik ihrer Jugend hängen blieben und seit 30 Jahren auf die Stones Abschiedstournee gehen. Leider musste ich die Tage feststellen, dass ich wohl auch  – wenn auch leicht anders – zu dieser Personengruppe gehöre, nachdem ich mir einige meiner Konzerte in 2015 anschaute: Stereo MCs, Thievery Corporation, Prodigy und jetzt auch Kraftwerk.

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https://www.youtube.com/watch?v=WH-ycguHLBU

Ich wünschte, ich könnte wie andere erzählen, wie Kraftwerk in meiner Jugend das prägende musikalische Erlebnis waren – waren sie einfach nicht. Mit 16 hörte ich Metal und schwenkte dann langsam auf HipHop und early elektronische Dancefloor-Musik um (siehe auch das Mixtape mit 16), so richtig zündete elektronische Musik bei mir aber erst mit Drum and Bass – und da sind meine Urväter eher Goldie, Shy FX, T-Power und Grooverider als Kraftwerk. Klar, die Alben habe/hatte ich auch, die Musik kannte ich, die Ursprungsdebatte (die bei Tanith und woanders im Netz anlässlich der Konzertreihe und auch der Klagefreudigkeit wieder aufflammt) ebenso. War mir aber nicht so wichtig, ich fand die Musik gut und für die damalige Zeit wegweisend. Klar, die haben in den letzten Jahren nichts neues mehr veröffentlicht, was auch nur einigermassen „Impact“ hatte, aber ebenso ist das bei Stones, AC/DC und anderen der Fall 🙂

Vor einigen Jahren war ich schonmal in Köln bei einem Konzert, da wurde nicht so ein Fass bei der Ticketvergabe aufgemacht und es war irgendwie deutlich leichter, an Karten zu kommen. Diesmal waren diese personalisiert und die Webseite mehr als überlastet. Trotzdem kamen wir an Karten und waren schon gespannt, wie das Konzert werden wird.

Haters gonna hate (dedicated to #das_kfmw ) #kraftwerk

Haters gonna hate (dedicated to #das_kfmw ) #kraftwerk

Über die personalisierten Tickets wurde auch schon genug gerantet – die dadurch verursachte Schlange war sehr beeindruckend uns sicher 500 Meter lang. Bei Regen wäre es sicher zu den ersten Unmutsbekundungen gekommen, so wurde die Zeit genutzt, um sich bei spätherbstlichen Temperaturen zu unterhalten. Am Eingang wurden uns dann die 3D Brillen ausgehändigt, die Konzertbesucher sahen mit den Brillen alle aus wie Sonnenfinsternis-Bewunderer, das war die Art von Papier-3D Brillen, die früher in TV-Zeitschriften lag, um die ersten 3D Filme anzusehen, nur mit Kraftwerklogo 🙂

Das Konzert fand ich persönlich prima, der Sound war mit das Beste, was ich im Palladium bisher hörte. Die 3D Show war auch ok, am Anfang fand ich die Effekte etwas bemüht und die Brille störend, mit der Zeit wurde das besser und ich fand die Show dann ziemlich beeindruckend. Klar, das war jetzt nicht Rudimental oder La Brass Banda mit energetisch-treibendem Sound sondern eher ruhiger, aber Kraftwerk haben die Songs behutsam (und durchaus gelungen) modernisiert, das war alles echt hörbar und deutlich weniger retro als erwartet.

Wir sind die Roboter (auch auf der Bühne ;))

Wir sind die Roboter (auch auf der Bühne ;))

Mit Music Nonstop als Ohrwurm gingen wir dann nach Hause 🙂 Würde ich nochmal hingehen? Für 55 Euro (ein echt stolzer Preis und das teuerste Konzert 2015) wahrscheinlich nicht nochmals – wer Kraftwerk aber noch nicht gesehen hat, der sollte das Geld durchaus mal ausgeben, ich fand, dass sich das gelohnt hat…

Autobahn

Autobahn

 

Einige andere Konzertkritiken:

Stadtanzeiger

Koeln.de 

Rundschau

Redaktion42

Ach ja, ganz vergessen: die ECHTEN Pioniere der elektronischen Musik touren auch wieder: FRAKTUS (und kommen auch nach Köln!)

 

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https://youtu.be/nCG4SzThCl0

 

12 von 12 – mein erstes Mal – Novemberedition

12 von 12? Was ist das denn? Lest mal das hier, besser könnte ich das nicht sagen:

Bisher habe ich immer erst im Laufe des 12. eines Monats auf Twitter die ersten Bilder gesehen und dann gedacht: „Mist, da könntest Du auch mitmachen“. Hab ich jetzt mal, die Bilder habe ich via Instagram gesammelt.

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Kleiner Unfall gestern in der Nachbarschaft #1von12 #12von12

Ein von davednb (@davednb) gepostetes Foto am

Gestern hat einer bei uns (Karneval) einen DSLAM rasiert. Zum Glück den für die Nachbarstrasse 🙂 Wir hatten am Abend noch einen Riesenknall gehört, aber nicht gesehen, was passierte. Jetzt wissen wir es…. 2 von 12

Früher hat man ein Taschenmesser genutzt, heute Farbe #2von12 #12von12 Ein von davednb (@davednb) gepostetes Foto am

Auf dem Weg zur Arbeit kommen wir an einem Park vorbei. Da muss jemand frisch verliebt sein – auch wenn es ja schwerlich Frühlingsgefühle sein können. Wobei, bei dem Wetter…

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Ein Baum reicht wohl nicht 😉 #3von12 #12von12

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Da reicht dann auch ein Baum allein nicht aus… 4 von 12    


Mir ist dabei aufgefallen, dass wir keinen Rechner mehr haben, der ein optisches Laufwerk eingebaut hat. Allerdings habe ich noch einen externen DVD-Brenner 🙂

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Fifty Shades of brown in der Kantine #12von12 #5von12

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Kantine. Meist solides Essen, hin und wieder Ausreisser nach oben (dann sehr lecker) oder Auswahlwüste. Heute eher zwischen solide und Wüste… 6 von 12  

Nicht nur die Session wurde eröffnet #12von12 #6von12 Ein von davednb (@davednb) gepostetes Foto am

Aber es gibt auch ein paar ganz nette Zusatzangebote. Doof nur, dass ich keine Waffeln mag 😉

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Screenshot #7von12 #12von12 #aufferarbeit

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Mein Bildschirmhintergrund. Den finde ich super. 8 von 12  

Die Waffelbuud wird hier übrigens abends zur Glühweinbuud #8von12 #12von12 #aufferarbeit Ein von davednb (@davednb) gepostetes Foto am

Und auch keinen Glühwein – am Abend wird das Waffelbüdchen im Advent ein Weihnachtsmarkt, mit Glühwein und Grill.

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Memento mori – unser internes IT-Museum #aufferarbeit #9von12 #12von12

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Als IT-Company haben wir ein paar Schaukästen mit altem Kram (Opa erzählt vom Krieg). Alte Lochkarten, Sortierstäbe, alte aufgeschnittene Festplatten, so gross wie ein Waschmittelpaket (die kennt ja auch keiner mehr). Aber ganz ehrlich – Lochkarten kenne ich auch nur aus Erzählungen. 10 von 12  

Auf dem Weg zur und von der Arbeit: Podcasts #10von12#12von12 Ein von davednb (@davednb) gepostetes Foto am

Der Weg ist nicht weit, das sind ca 10 Minuten mit dem Rad oder 20-25 Minuten zu Fuß. Aber immer mit Podcasts auf den Ohren. Diesmal eine etwas ältere Chaosradio-Episode. DENN ES GIBT JA GERADE SELTEN QUICKCASTS/BOCKCASTS *wild rumfuchtel*

11 von 12

At home #11von12 #12von12

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@home. Home is where the Aufkleber is. 12 von 12  

Chillen #12von12 Ein von davednb (@davednb) gepostetes Foto am


Bzw. um das zu präzisieren: Home is where the Kater is. Der lässt sich nicht gerne fotografieren, hängt aber um so lieber mit einem auf der Couch ab.

Kölner Naschmarkt

Kölner Naschmarkt

Vom Naschmarkt hatte ich schon einiges gehört, aber bisher nie die Zeit gefunden, da auch einmal hinzugehen. Daher war es ganz geschickt, dass wir Besuch der Patenkinder hatten, da war es etwas einfacher, sich aufzuraffen.

Empanadas auf dem Kölner Naschmarkt #latergram #naschmarkt

Empanadas auf dem Kölner Naschmarkt #latergram #naschmarkt

Was ist ein Naschmarkt eigentlich? Ich zitiere mal Köln.de:

Seit Ende August 2015 findet auf dem Rudolfplatz ein wöchentlicher Feierabendmarkt – ein sogenannter „Naschmarkt“ – unter dem Motto „Meet & Eat“ statt. Jeweils donnerstags von 16 bis 21 Uhr soll der zentrale Platz in der City zum Treffpunkt für alle Liebhaber der frischen Küche werden. Wie der Name „Naschmarkt“ bereits andeutet, ist das Probieren an den Ständen ausdrücklich erwünscht. Angeboten werden frische Lebensmittel, kleine Gerichte und Getränke, darunter auch alkoholische, die allerdings nur in Verbindung mit Speisen ausgegeben werden

Von daher war ich gespannt, ob das eher einem Streetfoodfestival gleicht oder eher einem Markt, bei dem man Kleinigkeiten essen kann.

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Fazit: Es ist beides. Es gab ganz interessante Stände, um mal einzukaufen, so z.B. Käse, einen gut sortierten Wildmetzger und auch einen „normalen“ Metzger und Fisch. Es gab zudem auch leckere Sachen zu Essen. Neben den üblichen Verdächtigen (Fleisch, Currywurst) gab es einiges, was bei uns nicht so zündete (Käseplatte, Tapas) und einige Überraschungen wie die argentinischen Pies, die ich sehr lecker fand! Ggfs. kann man die ja bald in einem Streetfoodladen (hint) ausprobieren, ich hab da was gehört 😉

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Unser Patenkind hat die vegetarische Currywurst getestet und fand die lecker, generell gibt es auch eine größere Auswahl an vegetarischen/veganen Gerichten.

Wir werden da auf jeden Fall nochmal hingehen – nicht nur zum „naschen“, sondern auch, um da mal für das Wochenende einzukaufen!

Zudem waren wir am Wochenende auch in die Markthalle 9 in Berlin – aber dazu später mehr….

Irie Revoltes – Viel zu tun

Mir fällt gerade auf, dass alle meine Musikempfehlungen diese Woche aus dem HH/Reggae-Umfeld kommt – aber da kenne ich mich einfach am besten bei „politischer“ Musik aus. Bzw, da laufen mir die meisten Songs über den Weg, die sich mit dem Thema beschäftigen – es gibt auch sicher viel im Gitarrenumfeld, aber das ist nicht (mehr – siehe Mixtape mit 16) so meins 😉

Nun ja, von daher auch heute wieder was aus der Richtung: Irie Revoltes mit „Viel zu tun“

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https://youtu.be/Y6AbS7V9B_4

Mein Besuch im Nobelhart und Schmutzig

Mein Besuch im Nobelhart und Schmutzig

Bei einer der letzten Streetfoodfestival-Besuche erwähnte eine andere Bloggerin, dass sie bald ins Nobelhart und Schmutzig in Berlin gehen würde. Ich kannte das Restaurant schon vom Namen her (und von diesem Video), fand das auch spannend, aber hatte es bisher aber nie geschafft, es auf einer meiner Dienstreisen zu besuchen. Vor kurzem stand wieder eine Dienstreise nach Berlin an und diesmal klappte es!

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https://www.youtube.com/watch?v=0UetrFr8fmE

Ich war schon sehr gespannt, denn das Konzept klingt wirklich spannend (und auch ansprechend – wir haben vor knapp 10 Jahren eine Kanadierin getroffen, die eine 100 miles diet machte) – Zitat aus der Süddeutschen:

Im Nobelhart & Schmutzig kommen nun ausschließlich Pflanzen und Tiere aus der Berliner Umgebung auf den Tisch. Und Wagner und Schäfer meinen es ernst. Vielleicht etwas zu ernst…. die Zutaten so frisch wie nur möglich, (was nur geht, wenn sie ums Eck wachsen), gemüselastig, die Tiere anständig gehalten, wenige Elemente am Teller, diese aber oft so überraschend kombiniert und in einer Intensität, dass man entspannt feststellen kann: Das ist keine vom nordischen Starkoch René Redzepi abgekupferte Effekthascherei, das ist sehr ernst zu nehmende Küche.

Nun gut, soviel zu den Vorschlusslorbeeren (und die lokale Einschränkung bedeutet ja auch keine Zitrusfrüchte, keine Schokolade, kein Pfeffer etc) – ich war wirklich gespannt, als ich vor der verschlossenen Tür stand, das „keine Photo“ Schild sah und klingelte.

Die Einrichtung ist toll gemacht, mit einer grossen Schauküche, an deren Tresen die meisten Gäste sitzen und ein paar kleine und größere Tische. Dies ermöglicht auch die direkte Interaktion mit den Köchen, die gerne und bei Bedarf auch ausführlich Fragen zu den Gerichte und der Herkunft der einzelnen Komponenten beantworten. Während meine Tischnachbarn am Anfang ganz still den Erklärungen lauschten, löcherte ich die Köche mit Fragen – was dann auch dazu führte, dass meine Nachbarn langsam auftauten und ebenso anfingen, Fragen zu stellen.

Es gibt nur ein festes 10 Gänge Menü (Brot/Butter zählt als ein Gang) für faire 80 Euro (Wasser inkludiert), man kann aber auch angeben, wenn man etwas nicht im Essen will/mag, die Köche kümmern sich dann darum und passen die Gänge an. Bei mir bekamen sie mit, dass ich keinen Alkohol trinke und erkundigten sich proaktiv bei mir, ob sie mit Alkohol kochen dürften – habe ich so noch nie erlebt, fand ich gut (und klar, die dürfen mit Alkohol kochen ;-)).

Die anderen Gäste sprachen zu ca. 50% Englisch, direkt neben mir war einen Weile ein Kanadier, mit dem ich mich auch über das Essen austauschte – er war immer ca. 4 Gänge vor mir und konnte mir dann Tipps geben und ich den Erklärungen des Kochs schon mal lauschen, bevor ich dann dran war 🙂 Generell waren viele Nicht-Berliner da, neben den englischsprachigen Gästen auch an diesem Abend noch viele Kölner…

Die Einrichtung ist auch wirklich schön, tolles Lichtdesign, auch eine gute Mischung aus Neu und Vintage (altes Strassenschild, die Bierdeckel sind Sammlungsauflösungen aus ebay), die Musik kommt (Hipsterstyle) von Vinyl und war eine Mischung aus Lounge, altem Soul und (das wäre nix für imipressionen gewesen) James Blake.

Das war sehr lecker hier!

Das war sehr lecker hier!

 

So, was gab es denn jetzt?

1. Gang

Fingerfood vom Aal aus der Müritz mit Rettichsprossen und einem sehr leckerem Essig auf dem Aal. Tolle Kombination aus dem Aal, dem Essig und den Rettichsprossen!

2. Gang

Ein Mini-Kohlrabi mit Bröseln – nur leicht blanchiert/fast roh, vorsichtig angemacht, inklusive den Blätter zum Mitessen. Fand ich spannend, hab nich nie die Blätter vom Kohlrabi gegessen. Auf der englischen Karte stand übrigens auch „Kohlrabi“ 😉

3. Gang

Das dürfte (wenn ich die SZ richtig gelesen habe) eines der Signaturedishes sein. Es gab Brot und Butter. Klingt erst mal simpel, war es aber gar nicht. Die Butter ist hausgemacht, aus Rohmilch mit Joghurt. Die Rohmilch wird auch für andere Speisen verwendet und kommt aus der Umgebung – der Bauer liefert immer Mittwochs. Zufälligerweise war ich an einem Mittwoch dort und sah den Bauern die Kühlaschen mit der Milch in die Küche tragen 🙂 Die Butter hatte eine angenehme Säure, war aber etwas zu kalt, als sie serviert wurde. Mein kanadischer Nachbar hat mir seine Butter rübergeschoben mit dem Kommentar: die ist besser, wenn sie etwas wärmer ist – und er hatte recht! 

4. Gang

Schwarzkohl mit Senfkörner,  Lammgranmeln, Bohnenkraut. Die Senfkörner kamen aus der Ölmühle, von der N&S ihre ganzen Öle und Saaten bezieht, die hatten zum Teil auch sehr ausgefallene Öle (z.B. ein Sanddornöl beim Nachtisch – siehe unten). Der Gang war überraschend scharf  und die erste Herausforderung – nicht dass es schlecht schmeckte, ganz und gar nicht – aber es war eine ungewohnte Geschmackskombination, die nicht gefällig war, sondern erst mal etwas Zeit brauchte – zumindest bei mir.

5. Gang

Da gab es eine Creme aus Rote Beete mit jungem Fenchel und (Mus von) Sonnenblumenkerne(n) in Wasser gelöst. Die Creme war superlecker, wenn auch nicht sichtbar, da vom Fenchel verdeckt (Kommentar des Kochs war: ich mag die Farbe von roote Beete nicht :-)) – der Fenchel ging so – bin kein Fenchelfan. Das war auch der Gang, der mir am wenigsten schmeckte – das heisst nicht, dass der nicht gut war, sondern einfach durch den Fenchel für mich etwas abfiel. Aber auch hier zeigt sich ja das Konzept:  Ich hätte selbst diesen Gang nicht bestellt, aber er war ganz lecker und ich hätte etwas verpasst, wenn ich ihn nicht gegessen hätte!

6. Gang

Selleriesuppe mit rohen feinsten Kartoffelscheiben und Wacholderöl (Ölmühle – siehe oben). Der Selleriesud klingt einfach, war aber ziemlich aufwändig gemacht: Die Sellerieknolle wird entsaftet, der Trester nochmal aufgekocht und abgeseiht, der Sud mit dem Saft gemischt und daraus wird die Suppe gemacht. Es gab  einige Versuchsreihen, bis man den optimalen Weg gefunden hatte, den Selleriegeschmack optimal in die Suppe „zu transferieren“ und das hat sich gelohnt. Die Suppe hatte einen sehr ausgeprägten, tollen Selleriegeschmack, aber nicht aufdringlich, das war mein bisheriger Favorit

7. Gang

Da gab es Stör. Ich kannte Stör bisher nur als Kaviarlieferant, aber nicht als lokalen Fisch – jetzt weiss ich auch, warum. Der Stör war an der Müritz ausgestorben und wird jetzt vereinzelt wieder angezüchtet. Der Stör schmeckte sehr kräftig, total  spannend und ungewohnt. Hätte ich nicht gewusst, dass es Fisch ist – in einer Blindverkostung wäre ich nicht drauf gekommen! Serviert wurde er mit Seitlingen und Hühnerbrühe. 

8. Gang

Broiler mit geräuchertem Lauch und Schnittlauchcreme

Hühner finde ich total schwierig als Lebensmittel. Es ist leider so gut wie unmöglich,  Huhn mit gutem Bewusstsein zu essen, die Aufzuchtbedingungen sind meist katastrophal –  daher esse ich sehr selten Huhn. Das letzte hatte ich in dem neuen Düsseldorfer Restaurant von Tim Mälzer. Das N&S bekommt seine Hühner von einem kleinem Hof, dort leben 150 Hühner freilaufend, neben einem Wildschwein, das dort sein Gnadenbrot bekommt und Enten (die sind im November auf der Karte). 

Der Broiler war saulecker, knusprig, nicht ganz so zart wie bei Tim Mälzer,  aber nochmal ein deutlich besserer Eigengeschmack. Gerade Geflügel ist ja gerne einfach nur ein weisses Stück Fleisch ohne Geschmack – das war hier nicht so! Die Schnittlauchcreme hatte einen sehr eigenen Geschmack, leicht bitter, aber auch lecker, der geräucherte Lauch ergänzte das ganze zu tollen Geschmackskombinationen. Das war von allen Gängen mein absoluter Favorit (dicht gefolgt vom Stör und der Suppe).

9. Gang

Rohmilchsorbet mit Petersiliensaft und Sanddornöl (und Sanddornfrüchten). Ich bin ja eigentlich kein grosser Sanddornfan, seit ich mal ein grosses Glas Sanddornsaft bei Verwandten trinken musste. In Kombination mit dem leicht süß-säuerlichen Sorbet passte das allerdings super. Sanddornöl ist übrigens echt schwierig zu bekommen, da man viel Früchte braucht, um daraus Öl zu gewinnen – wusste ich auch nicht. Wobei ich vor dem Besuch auch nicht wusste, dass es Sanddornöl gibt 😉 

10.

Birnensorbet aus 2 alten Sorten, mit Apfelreduktion aus einer alten Apfelsorte, Majoran und getrocknetem jungen Sellerie. Der Majoran gab einen interessanten Akzent, sehr ungewohnt, die Äpfel einen angenehmer Kontrast. Ich bin ja kein grosser Fan von Pflanzen im Essen, die wie meine Seife schmecken (I am looking at you, Lavendel), von daher war ich sehr skeptisch beim Majoran. Ich habe das Sorbet dann mit und ohne Majoran probiert – der passte da schon ganz gut dazu, ich weiss aber wirklich nicht, ob ich es ohne oder mit besser gefunden hätte.

Als die imipressionen mich bei meiner Rückkehr fragte, wie mir das Essen gefallen hatte, war das beste Wort, das mir zur Beschreibung einfiel „Spannend“. Das kann sehr schnell abwertend klingen, ist aber gar nicht abwertend gemeint. Ich hatte viele Kombinationen auf dem Teller, die ich so nie probiert hätte und die alle überraschend, aber eben auch überraschend lecker waren. Genau das ist ja auch der Sinn des Besuchs – sich überraschen zu lassen, neue Geschmäcker zu entdecken. Das hat super funktioniert und ich hatte ihr auch bei der Rückkehr versprochen, da mal mit ihr hinzugehen. Umso größer ist meine Freude, dass es im November klappt, wenn wir Freunde in Potsdam besuchen werden – ich bin sehr gespannt, ob es ihr auch so gut gefällt!