Mixtape mit 16, meine Ausgabe

Gerade macht auf Twitter der Hashtag #mixtapemit16 die Runde – jeder erstellt ein Mixtape, das er mit 16 gehört hat/hätte.

(Update: eine Übersicht der Beiträge findet ihr hier: http://www.nurdertim.de/?p=2320)

Ich betone mal hätte, denn das ist bei mir 1989/1990 – und ich kann nicht mit Gewissheit sagen, ob ich das genau mit 16 oder ggfs erst später gehört habe – oder auch, inwieweit mein heutiger Musikgeschmack an die Erinnerung verfälscht (sicher nicht verklärt ;-)). Ich bring da auch die peinlichen Dinger – keine Ahnung, ob die mit 16 auf einem Tape gelandet wären, aber hab ich halt gehört damals. Auch klar, dass das eine wilde Mischung wird – damals hätte ich eher ein Metal und ein Dance Tape gemacht, aber das wird jetzt ein Querschnitt. Ach ja, ich hab noch eine Alfs Hitparade von der Zeit im Keller liegen 😉

Also anschnallen und Spucktüten bereithalten, here we go:

Mixtape: Best of sweet 16. 90 Minuten Sony Chrom (hatte auch Steel und Ferro, aber hier reicht Chrom), mit Dolby C. Alles aus dem Radio mitgeschnitten, ein paar von Platte – sowohl 33 als auch 45 – überspielt. Und auch von Kassette. Dual-Kassettendeck, bitches!

Seite A

Manowar – Heart Of Steel 5:10

Stellvertretend für meine Metalphase. Das hielt (als eine der Musikrichtungen) so ein/zwei Jahre an, war aber nicht so stilprägend, dass sich das auf Dauer durchgesetzt hat. Wobei – wäre man polemisch, dann könnte man auch sagen, dass DnB partiell auch metalgeprägt ist 😉

Dann wird es schlimm, dann jetzt kommt meine erste LP, die ich mit je gekauft habe:

Europe – Final Countdown 4:55

Was fand ich die damals toll. Die Platte musste ich unbedingt haben. Lasst mich.

Die Ärzte – Claudia hat nen Schäferhund. 2:01

Mit 15-16 gingen die Handball-Ferienlager/camps los. Da liefen dann NATÜRLICH dann auch all das, was wir nicht hören „sollten“ – eins der Lieder ist noch heute indiziert, das wollte ich hier eigentlich zuerst nennen. Dann halt das Lied über eine liebevolle Hundehalterin. Ja, heute weiss ich, dass da viel Marketing drin war, aber damals war das soooo erwachsen, das zu hören (kicher, heimlich umguck, alle singen mit)…

Die Toten Hosen – Hier kommt Alex 3:54

„Ein kleines bisschen Horrorshow“ hatte ich als Musikkassette – war einfach billiger. War echt prägend, nicht nur für mich, auch für die meisten meiner Mitschüler. Wir haben in unserem Filmprojekt in Kunst „Hier kommt Alex“ verfilmt, mit der üblichen Teenagerrebellion. Fanden wir damals total super, das Video existiert heute hoffentlich nicht mehr. Das Album ist aber auch super, um darzustellen, wie sich das alles ändert: Ich würde heute eher „1000 gute Gründe“ aufs Tape packen, damals war es aber auf jeden Fall Alex. Dem ganzen Beef Hosen/Ärzte konnte ich übrigens schon damals nichts abgewinnen, daher kommen die auch direkt hintereinander.

Billy Joel – we didn´t start the fire. 4:05

Jep, auch so ne Mitgröhlhymne fürs Zeltlager.

Westernhagen – Sexy 5:51

Wie auch das hier. LASST MICH DOCH ALLE NOCH VIEL MEHR.

Gary Moore – Still got the Blues 6:45

Fand ich damals super. Kann ich heute keine 30 Sekunden mehr hören. Gerade nochmal für Euch getestet #schauder

Phil Collins – another day in paradise (edit, hatte den falschen Songtitel hier stehen). 5:23

Nach Gary Moore noch Phil Collins. Kennt Ihr alle noch Schmuserock? Hatte ich nie, lief aber auf Geburtstagsparties. Für Stehblues. DAS WAR FURCHTBAR (wenn man niemanden hatte). DAS IST FURCHTBAR (Musik. Heute.). Lasst mich einfach alle.

Louis Armstrong – what a wonderful world 2:01

Das war doch aus der Jeanswerbung. Also nicht das Lied selbst, sondern warum das da dann wieder in den Charts war? Siehe Kuschelrock. Aber das Lied selbst ist besser. Hab ich damals gern gehört. Kann man immer noch hören, all time classic.

EAV – Ding Dong. 4:01

Ja, jetzt kommen die dunklen Seiten raus. DIE GANZ DUNKLEN SEITEN. Mein Bruder hatte sich die EAV Platte gekauft und ich hab die damals sehr gerne gehört. Jetzt ist es raus. Warum das nach Armstrong kommt? Als ironische Brechung (jugendliche Rebellion). Um die Dance-Seite vorzubereiten. Und – das wichtigste – da ich nix mehr für die Gitarrenseite hatte…

Dance Seite

Yello the race 1988 2:57

Das hab ich gefeiert, war ein völlig neuer Sound, natürlich habe ich mir den Tonträger gekauft. Später nochmals als CD.Bevor jetzt jemand kommt: das war aber 1988 – jep, stimmt – aber damals hat man die Platten ein paar Jahre gehört. WIR HATTEN JA NIX. Aber die Formel 1 – die hatten wir 😉 Daher kannte ich die Musikvideos…

 

Technotronic Pump up the Jam 3:49

Das war meine erste Single, die ich mir gekauft habe. Vinylsingle. Fand ich das Lied damals super – der Bass, der Gesang, eine völlig neue Welt in die Dance-Musik. Damals. Dürfte – ja, Charts, weiss ich selber – aber der Beginn meiner Dance-Orientierung gewesen sein. KLF (siehe unten) und 1992 Prodigy erledigte dann den Rest.

KLF – What time is love 5:44

KLF ist eine der Bands, die ich damals echt gerne hörte, aber erst später realisierte, was da alles passiert ist (Millionen verbrennen..). Die Videos zusammen mit der Musik war für mich damals wichtig(er), hat mich umgehauen.

Snap – The power 3:50

Rückblickend ein Meilenstein der Eurodance-Sachen, folgt ganz klassisch dem Schema: Frau singt, Mann rappt, Beats stampfen. Damals eine Offenbarung. Was haben wir versucht, die Tanzschritte zu kopieren und so zu tanzen (siehe MC Hammer unten)

MC Hammer – U can´t touch this. 4:37

Im Keller auf Geburtstagsparties haben wir dazu MC Hammer nachgetanzt. Und Vanilla Ice (kam aber erst später raus, daher kann ich den nicht aufnehmen). Sah nicht gut aus (siehe auch Snap). MC Hammer rockt aber immer noch/wieder 😉

Tone Loc – Funky Cold Medina 4:18

Auf den Geburtstagsparties durfte das hier auch nicht fehlen. Das passte super zu Ice Ice Baby… Und der Text! Als 16 jähriger (kicher, kicher)… #DanceLikeNoOneIsWatching

Salt Pepper – Push it 3:43

Das Video. Der Text. Das war ein Muss – ähnlich wie die Ärzte mit den „verbotenen Liedern“, die als Teenager natürlich reizte (siehe oben). Nur noch mit Video!!11elf!!

Paula Abdul Opposite attract 3:38

Soundstruktur: Siehe Snap. Aber mit Paula Abdul. Nuff said, das sollte alles erklären, oder? #aufschrei 😉

 

Chocolate – Ritmo de la Noche 4:00

Ich weiss bei dem hier nicht ganz genau, ob ich das damals aufs Tape draufgepackt hätte. Aber das Video. DAS VIDEO!

Neneh Cherry – Buffola Stance. 4:20

Neneh Cherry fand ich so süss. Fanboy. Muss aufs Tape.

Adamski – Killer 4:13

 

Der Beat. Der Gesang. Klassiker.

Bobby McFerrin – Don´t worry, be happy. 5:00 (fadet aber nach 3 Minuten aus).

Hab ich oft gehört. Geht heute GAR.NICHT.MEHR. Mit diesem Kracher beende ich mein Mixtape und den wilden Ritt durch 1988-1990.

So im Rückblick: Kein Reim. Keine Herzbuben. Kein Westbam.Kein Roxette. Kein Hasselhoff. Hätte schlimmer kommen können. Aber auch kein Madonna, kein Michael Jackson… Depeche Mode mit Personal Jesus war noch auf der Shortlist, aber das ist eher ein Song, den ich heute als Klassiker empfinde, weniger, dass ich den damals gefeiert habe. Was es wirklich nicht mehr aufs Tape geschafft hat war Tanita Tikaram mit Twist in my Sobriety. Das fand ich auch super, aber zu Gunsten von Ritmo de la Noche hat es das leider nicht in die Liste geschafft. Daher hier die lobende Erwähnung und zum Abschluss das Video:

Tanita Tikaram: Twist in my Sobriety

Update 17.8: hab das McFerrin Video hinzugefügt, ein paar der vielen Typos entfernt und den Phil Collins Songtitel korrigiert.

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Socialkram (einigermassen datengeschützt):

Veröffentlicht von davednb

bloggt - mit Pausen - seit 2004. Im Netz seit 1993. Mochte damals Gopher mehr als Http - denn Bilder im Internet braucht(e) ja keiner. Oldschool, baby!

3 Kommentare

  1. Schönes Mixtape mit vielen Liedern die ich auch gehört habe. Paula Abdul fand ich mit 16 auch scharf und ihr Album gar nicht mal so schlecht. Das Ärzte Album Ab 18 hatten wir doch auch alle in irgendeiner Form von irgendjemanden kopiert, der es selber nicht hatte…

  2. Ja, meist einer der älteren. Daher muss ich immer schmunzeln, wenn ich das mit der Indizierung höre – das war pures Marketinggold 😉

  3. Pingback: Kraftwerk in Köln | davednb.koeln

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