Falls du über das Klassentreffen bloggen willst, schenk ich dir die Überschrift „Mein krummes Haus, mein geliehenes Auto, mein dicker Kater“

schrieb mir imipressionen via Threema, als mein Klassentreffen anfing – und das Angebot nehme ich doch dankend an!

Aber nun von Anfang an: gestern war mein 22. jähriges Klassentreffen- das letzte Mal war das 10jährige, das mit 20 hat nicht geklappt, nun also die 22 – passt ja als Kölner…

Ich hatte ehrlicherweise Bedenken, dass das in einem virtuellen Schwanzvergleich wie in der Sparkassenwerbung endet, daher auch die Überschrift. Unser Haus wäre wahrscheinlich nix für einen richtigen Schwaben, mein Protzauto (bekam ein Upgrade auf ein Audi Cabrio) nur geliehen und mein Pferd ist ein leicht mopsiger Kater 😉

  
Die klassischen Statussymbole fehlen also, ejall. Zu Beginn stand eine Schulführung auf dem Plan, danach ein get together beim Mittagessen mit offenem Ende. 

Die Schulführung fand ich wirklich spannend, Die Schule wurde ziemlich modernisiert, da standen CNC Fräsen, moderne Abzüge, neue Einrichtungen, nur der Musikraum war nahezu unverändert und der Gymnastikraum muffig wie immer. Spannende zwei Stunden, die nur von einem längeren Rant des Rektors gegen die aktuelle Bildungspolitik getrübt wurde. Am Schluss mussten wir noch feststellen, dass die Inschrift auf unserem Abidenkmal weggeschlagen wurde 🙁  

  
Danach ging es zum Mittagessen, dort formten sich am Tisch die ersten Grüppchen, nicht überraschend meist die alten Gruppen von vor 25 Jahren. Es gab zwar die Fragen nach dem „wo bist du jetzt“, „was machst du“, aber erstaunlich wenig der befürchteten Konversationen – bei imipressionen war das vor einigen Jahren deutlich anders. Nach dem Essen brachen die Gruppen auf und man/ich konnte mich mit einigen unterhalten. Dabei fand ich spannend, dass einige der Mitschüler, die ich damals komisch/zu cool fand heute mehr auf meiner Wellenlänge sind.

Ich stellte außerdem fest, wie sehr ich wirklich in einer digitalen Filterblase lebe – die Nutzung sozialer Medien, speziell von Twitter und Instagram war wenig verbreitet und stieß auch auf wenig Begeisterung bzw die meisten sahen den Nutzen nicht – und ich tat mich schwer, den deutlich zu machen/zu erklären. Wie auch die vielen Essensbilder auf dem Telefon 🙂

Nicht dass das schlimm wäre – soziale Medien sind ja keine Pflicht – aber das war schon interessant, einfach weil mir klar wurde, dass meine Art der Internetnutzung und all die Meme, die bei mir Alltag ist/sind, eben nicht bei allen so ist…. Dass ggfs meine Filterblase fester/dicker ist, als ich annahm, dass ich für andere wieder komisch erscheine – anders komisch als zur Schulzeit, aber definitiv anders/strange 🙂 

Ich habe mich die größte Zeit wirklich gut unterhalten, das hatte ich ehrlicherweise nicht unbedingt erwartet, am Schluss verabschiedeten sich die meisten mit der Absicht, sich in 3 Jahren zum 25. wiederzutreffen – ich wäre dabei! Dann reparieren wir auch unser Denkmal 😉

  

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Socialkram (einigermassen datengeschützt):

Veröffentlicht von davednb

bloggt - mit Pausen - seit 2004. Im Netz seit 1993. Mochte damals Gopher mehr als Http - denn Bilder im Internet braucht(e) ja keiner. Oldschool, baby!

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