German Angst?

Argh. Das ist das einzige, das ich derzeit nach den Wahlergebnissen sagen kann. Ich habe Bedenken (vielleicht sogar Angst), dass die AFD sich nicht selbst zerlegt. Das sie das FPÖ/Front National der BRD wird, das Sammelbecken der Modernisierungsverlierer und der Traditionalisten, wie sie im Sinus-Milieu definiert sind.

Die auch Angst haben. Vor der Globalisierung, vor Wandel. Auch vor unbequemen Wahrheiten, die uns allerdings schon ein Chef-Volkswirt einer großen Bank vor 20 Jahren am Gymnasium mitteilte – dass unsere Generation die letzte sein wird, die wirtschaftliche Sicherheit und Change-Resistenz als gegeben voraussetzen kann (er hat es etwas anders formuliert). Vor Wandel. Die am liebsten ihre 80iger wieder zurückhaben wollten, da war alles so ordentlich und überschaubar. Da haben die Schwulen noch ihre Gottestrafe bekommen (Aids), Ausländer waren Gäste und exotisches Essen war der Grillteller mit VIEL Fleisch beim Griechen/Jugoslawen/wo auch immer.

Ich hab gerade keine Ahnung, was man (lese: ich) konkret tun könnte. In meinem Bekanntenkreis wählt niemand AfD. Wir engagieren uns etwas für Flüchtlinge, aber selbst wenn wir da mehr machen würden – die Knetbirnen wählen ja dann trotzdem nix anderes. Da sie Angst haben, ihren zumeist mittelständischen und übersichtlichen Wohlstand zu verlieren. Da sie sich bedroht sehen von Wandel, Globalisierung, Kontrollverlust.

Bei den Bundestagswahlen hatte ich mir noch gesagt: wenn die AfD über 5% bekommt, dann trete ich in $Partei ein. Aber selbst die hat sich inzwischen so selbst zerlegt, daß das keine Option mehr ist.

Ich bin ratlos. Leider.

Und daher nun etwas Musik:

 

 

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Socialkram (einigermassen datengeschützt):

Veröffentlicht von davednb

bloggt - mit Pausen - seit 2004. Im Netz seit 1993. Mochte damals Gopher mehr als Http - denn Bilder im Internet braucht(e) ja keiner. Oldschool, baby!

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