Digital natives and digital divide

Gerade gibt es zwei Ereignisse, die mich zum Nachdenken brachten.

Zum einen das Klassentreffen – so nett das auch war, so schwer war es für mich zu erklären, warum ich wie in sozialen Medien unterwegs bin. Wobei, es war jetzt weniger zu erklären warum oder was es bringt (das ist der „soziale“ Teil) von social media, sondern wie man z.B. am besten bei Twitter einsteigt. Andererseits – ich glaube selbst wenn mir der Nutzen klar ist, so ist das ggfs nicht für alle der Fall 😉 Ich will nicht sagen dass ich mich als Exot fühlte, aber es dürfte nicht viele Mitschüler geben, die Twitter oder ähnliches intensiv nutzen. Das machte mir übrigens mal wieder bewusst, in welch einer Filterblase ich hier lebe, wie selbstverständlich all die social medias geworden sind und das auch das nicht selbstverständlich für Leute „meines Alters“ ist. Meine Lieblingsfrage war übrigens: „warum hast du soviel Essensfotos auf deinem iPhone?“ 😉

Ich glaube, das Thema beschäftigt mich dann doch mehr, als ich initial wahrhaben wollte. Nicht weil ich glaube, dass ich das besser mache als die twitterferne Mehrheit der Mitschüler, sondern warum das für mich so selbstverständlich geworden ist, während das für andere so ein unbekanntes Terrain ist. (Einschub: ich vermute daher kann die SPD/CDU auch so flockig die VDS durchdrücken – den meisten dürfte gar nicht bewusst sein, was das für sie bedeutet. Hint: es ist nicht mehr Sicherheit.)

Dann ist da noch das firmeninterne reverse Mentoring Prgram. Digital natives erklären gestandenen Senior Managern die schöne neue Internet-Welt. Problem nur: wir haben nicht genug digital natives und ich bin mir nicht sicher, ob auf der Mentee-Seite das Interesse/die Nachhaltigkeit der Massnahme auch wirklich vorhanden ist. Ich bin ja per Definition kein Digital native – auch wenn ich jetzt 22 Jahre im diesem Internet unterwegs bin – und damit mehr als die Hälfte meines Lebens. 6 Jahre bei Twitter…

Ich überlege trotzdem, ob ich mich als Mentor melde. Nicht nur, um das Wissen weiterzugeben und vielleicht auch das Interesse zu wecken, sondern auch um die Reflektion für mich selbst zu starten: warum nutze ich das wirklich, was bringt das. Was kann ich von den Mentees lernen – nicht nur in Bezug auf das Unternehmen, aber auch einfach als Spiegel der „Welt da draussen“, der Welt der Leute, die nicht morgens auf Twitter die Nightline nachlesen 😉

Auch: wie steige ich als Neuling ein? Das ist im Unternehmenskontext sicher einfacher als im privaten Umfeld. Hier gibt es genug interessante Unternehmensaccounts/Fachaccounts, denen man folgen kann. Es wird aber echt schwierig – und vor der Herausforderung stehe ich gerade – das im privatem Kontext zu machen, wenn wirklich NIEMAND im Freundeskreis auf Twitter unterwegs ist. Wie baut man da seine Timeline auf? Was interessiert einen den? Warum will man auf Twitter unterwegs sein?

Ich denke, das wird auch der Ansatz sein: Root cause analysis der Motivation, ausgewählte accounts auswählen für den Start; auch mit dem Fokus, dass die Timeline nicht zu sehr an der eigenen Filterblase ausgerichtet ist sondern eher an der des potentiellen Nutzers und dann einfach mal schauen, was sich ergibt. Der Ansatz sollte übrigens (generisch) auch bei beiden Zielgruppen klappen – mal sehen wie es funktioniert 😉

Wie würdet Ihr das angehen? Wie kann man Personen zu social media (ausserhalb Facebooks) hinführen? Gar nicht mal beschränkt auf Twitter, das ist ja nur eine Facette…

  
Das lustige ist ja, daß das mit dem #tkschland zusammenfällt. Ich hab zuvor von den ca 80 Teilnehmern maximal 1-2 im „real life“ getroffen, so ca. 30 Namen kannte ich von Twitter, davon folge ich ca. 15.  War ein super Wochenende (Blogeintrag folgt ggfs), welches ohne Social Media nie so stattgefunden hätte!

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Socialkram (einigermassen datengeschützt):

Veröffentlicht von davednb

bloggt - mit Pausen - seit 2004. Im Netz seit 1993. Mochte damals Gopher mehr als Http - denn Bilder im Internet braucht(e) ja keiner. Oldschool, baby!

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