Battle of Konzerte :-)

Vorletzte Woche gab es das Battle of CD – diese Woche ist es daher Zeit für einen neuen Battle – den Battle of Konzert.

 In den letzten Wochen waren wir/ich auf zwei Konzerten, die schon an der Grenze waren – sowohl in Größe als auch in Bezug auf Massengeschmack/Charttauglichkeit: Deichkind und Prodigy.
Von daher dachte ich mir – da beide als Konzerte ziemlich ähnlich waren – mal eine Gegenüberstellung in Form eines Battles zu machen:
Location:
Deichkind war in Düsseldorf – wie auch bei Ihrem letzten Konzert schon. Wäre ich jetzt ein „echter Kölner“und kein Imi, dann müsste ich das wohl mit Punktabzug werten – aber bin ich ja nicht 🙂 Allerdings gewinnt hier trotzdem Prodigy – das Konzert war in Paris, im La Zenith. Ich mag grosse Hallen eigentlich nicht, aber das Zenith ist ganz clever konstruiert, kreisförmig angeordnete Sitzflächen und einem nicht zu grossem Innenraum. Sitzplätze sind ja sowohl bei Prodigy als auch bei Deichkind witzlos, aber die Phillipshalle ist einfach nur ein Kasten, da hatte das Zenith deutlich mehr Flair.
Deichkind:Prodigy 0:1
Deichkind #latergram

Deichkind #latergram

Le Zenith

Le Zenith

Konzertgröße:
Deichkind hatte rund 4500 Zuschauer (glaube ich), Prodigy etwas mehr. Das aber nur auf dem Papier, denn das Zenith war nicht ausverkauft. Wie schon oben bei der Location erwähnt fühlte sich das Prodigy Konzert aber deutlich nach einer kleineren Halle an, da der Innenraum doch relativ klein war.
Auch hier gewinnt Prodigy 🙂
Deichkind:Prodigy 0:2
La Zenith

La Zenith Paris

Publikum
Hier gewinnt das Deichkindkonzert. Nicht nur, weil da die deutlich kreativeren Outfits zu sehen waren (ist ja auch Teil des Konzerts), sondern weil bei Prodigy neben mir ein „ich tanze meinen Namen und brauche 5 qm dafür“ Typ war. Druff bis unter die Pupillen und auf einer vollen Tanz/Konzertfläche Handstände/Kickboxschritte zu machen ist doch etwas grenzwertig.
Deichkind:Prodigy 1:2
#Prodigy #paris #latergram

#Prodigy #paris #latergram

Sound
Klares Unentschieden. Wir waren bei Deichkind auf dem Rang (was sich noch auszahlte, siehe unten), haben daher nicht den vollen Sound mitbekommen, war aber trotzdem super. Prodigy war auch ok, hätte da aber partiell mehr Bass erwartet/erhofft 🙂
Deichkind:Prodigy 2:3
Konzert:
Schwierig. Deichkind ist ja primär ein Event – da geht man eher nicht für die Musik hin. Prodigy ist ähnlich aber anders: eher so „blast from the past“ für mich. Die Generation meiner Eltern wird auch noch zu den Stones gehen, wenn die vom Zivi im Rollstuhl auf die Bühne geschoben werden – und so ähnlich fühlte ich mich beim Prodigy Konzert: ich fand die Musik super, obwohl sie so alt ist. Oder weil sie so alt ist? Und ich ebenso alt (mein letztes Prodigy Konzert ist 20 Jahre her)? Andereseits waren auch viele Kids da, aber trotzdem bleibt der Gedanke im Hinterkopf, dass man auf einer Oldie-Tour ist. Für das Konzert war mir das egal, die Musik hat funktioniert, ich hatte meinen Spass. Aber nochmal hingehen? Wahrscheinlich nicht 🙂
Deichklind? Hat funktioniert, ich hatte meinen Spass, habe auch einem Sänger „high-fiven“ können, als die durch die Menge gingen (auf dem erwähnten Rang). Aber nochmal hingehen? Eher ja, das ist einfach grosser Spass 🙂
Von daher leichter Vorteil und Sieg für Deichkind – die Karten waren übrigens gleichteuer…
Deichkind:Prodigy 3:3
Showfaktor
Hands down Deichkind. Schlauchboot, Elektromobil, Hüpfburgen, Refugee welcome Jogginganzüge, das Fass, die Bühnenshow – gewinnt ohne Mühe gegen ein Standard-Lichteffektprogramm von Prodigy.
Deichkind:Prodigy 4:3
Deichkind #latergram

Deichkind #latergram

Vorband
Tjanun. Vorbands hatten beide nicht. Bei Deichkind liefen Musikvideos auf der Leinwand, bei Prodigy war Kid Noize – EDM Kram, das beste war da noch ein Grauzone/Eisbär remix. Leichter Vorteil und Sieg von Deichkind – Kid Noize war wohl eher was für die Kids im Publikum
Deichkind:Prodigy 5:3
Kid Noize als "Vorgruppe"

Kid Noize als „Vorgruppe“ – also gleich kommt er auf die Bühne. Buttonsmashing at it´s best – Guetta style. Sigh

Essen
Leberkäse und Bratwurst vs Hotdogs. Sieg Prodigy. Da gab es sogar mobile Hotdogverkäufer mit Bauchladen!
Deichkind:Prodigy 5:4
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Fazit: das soll jetzt nicht so klingen, als wären das schlechte Konzerte gewesen – ganz und gar nicht! Beide Bands sind lange genug im Business um zu wissen, wie man eine gute Show abliefert – und haben das auch gemacht. Trotzdem gefiel mir Deichkind insgesamt besser, bei Prodigy war bei mir immer so ein „cooles Lied, damals, vor 20 Jahren“ im Hinterkopf – und die neue(n) Platten haben einfach nicht mehr so gezündet – da kamen dann andere Artists/Bands, die einfach frischer klingen.

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Socialkram (einigermassen datengeschützt):

Veröffentlicht von davednb

bloggt - mit Pausen - seit 2004. Im Netz seit 1993. Mochte damals Gopher mehr als Http - denn Bilder im Internet braucht(e) ja keiner. Oldschool, baby!

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