All is full of love

13 Jahre – eigentlich hat imipressionen schon alles darüber in ihrem Blogeintrag geschrieben und stünde nicht der IronbloggerBot mit seiner unerbittlichen Mahnmail direkt hinter mir – höhnisch mit einem 5 Euro-Schein winkend – so wäre auch alles zu dem Thema gesagt.

Nun gut – 13 Jahre und auch noch das siebte Ehejahr, damit sollte alles gesagt sein. Aber nope, alles gut – der Song zum Blogeintrag ist durchaus bewusst ausgewählt 🙂

Nicht nur, weil Björk unser erster gemeinsamer Nenner war – als sie mich kennenlernte, fand sie mich erstmal komisch. Ich glaube auch doof (es gab diesbezüglich mal dezente Andeutungen in den letzten Jahren), vor allem da ich als Student ins Internet (WÄHREND DER ARBEITSZEIT) durfte und die anderen nicht. Das ich dabei noch einen Schwedenurlaub geplant hatte und die Ausdrucke im Drucker liegen lies, half da sicher nicht… Damals war ich noch IT-Student und während der Praktikumsphasen sass ich lieber vor dem Rechner (hey, ich hatte INTERNET) während die anderen Praktis eine Runde um den Block drehten (INTERNET!1!11!). Daher wurde ich gewissermassen gezwungen (höflich gebeten) doch auch mitzugehen. Hab ich dann auch gemacht und mich immer mehr mit @imipressionen statt mit den anderen Studis unterhalten, die doch sehr BWL-mässig unterwegs waren.

In den Mittagspausen-Gesprächen kamen wir dann auch auf Björk zu sprechen und nachdem ich sie mit ein paar CDs angefüttert hatte, stand dann der Plan, gemeinsam den “Dancer in the dark” anzusehen. Entgegen der polemischen Hetze auf ihrem Blog habe ich allerdings zuerst mit meinen akkurat geschnittenen Zwiebeln dafür gesorgt, dass das Essen was wurde. Danach sind wir dann mit dem Auto zum Kino gefahren – und meine Potentialanalyse wurde stark in Frage gestellt. Nicht nur, dass imipressionen sich komplett verfahren hatte (in einer Stadt, in der sie schon eine Weile lebte). Nein, sie hatte auch noch einen Rock angezogen, mit dem sie nicht schnell laufen konnte, so dass wir fast den Kinofilm verpasst hätten.

Aber da ja jeder eine zweite Chance verdient, stimmte ich einem erneuten Kochabend zu. Nur um da festzustellen, dass sie auf die eine Art und Weise zwar lernfähig war – es gab ein Fertigessen (nicht aus der Dose, sondern Miracoli-Kram), so dass sie nicht auf meine Zwiebelschneidkünste angewiesen war. Allerdings war das Essen schon eine Weile abgelaufen. Gestählt durch unzählige Jahre Mensafrass konnte ich hier aber – durch das [fast] kommentarlose – Verspeisen der Pampe punkten. Man sieht, ich habe damals schon unbesungene Heldentaten und Opfer für die Beziehung gebracht.

Denn das war ja nur der Anfang – ich war mir ja nicht bewusst, was auf mich zukommt. Als wir zusammenzogen endete das studentische freie Leben, es gab die hidden agenda, die Wohnung als Ivar-/Kiefern-freie Zone zu gestalten. Was schwierig ist, wenn man als Studi sein Zimmer mit Ivar ausgestattet hatte. Auch die anderen ästhetischen und technischen Wünsche waren nicht trivial. Da sie nur ISDN hatte, wärend ich schon seit einigen Jahren (early adopter) DSL hatte, war einer meiner Kernpunkte: Wir brauchen DSL. Was nicht sehr leicht zu vermitteln war und den Nerd-Eindruck definitiv nur verstärkte.

[Kurzer Einschub: das war ähnlich, als ich versuchte, ihr ein iPhone schmackhaft zu machen. “Ich brauch kein Internet unterwegs” war nur eins der Argumente. Versuchte heute allerdings jemand ihr das iPhone nur für einen Tag wegzunehmen oder auch nur das Internet @home, so wäre diese Person tot. Innerhalb weniger Sekunden. Allein durch den Blick des Todes (nun gut, ich nicht, ich bekomm den öfters und bin immun). Ich erinnere mich an die Entzugserscheinungen im ersten Jahr des Smartphone-Besitzes, als sie das Telefon mal auf den Boden fallen lies und es 2 Wochen weg war, um ein neues Display einzusetzen. Die Entzugsszenen bei Trainspotting sind ein billiger Abklatsch der Szenen, die sich bei uns im Haus abspielten.]

Aber es wurde meistens ein kooperativer Weg gefunden mit einer unausgeprochenen gegenderten Absprache: imipressionen macht das zuhause schön, ich den Technikkram und die Musik und achte dabei auf den WAF (es darf KEIN Kabel zwischen PC und Computer zu sehen sein. Es muss in ALLEN Räumen die gleiche Musik laufen. Go figure).

Auch musikalisch musste ich umdenken. Die ganzen DNB-Platten/CDs wurden erst mal ins Regal verbannt, um dort fröhlich einzustauben, stattdessen lief erst mal K&D, Thievery etc. Wobei ich damals schon anfing, die musikalische Umerziehung zu starten, z.B. mit der K&D Dj Kicks, die ja dezenten mellow DNB drauf hat. Long story short – inzwischen kann hier auch mal der Pocast der letzten John B oder Playparty laufen, ohne dass es Beschwerden gibt:-)

Damit schliesst sich auch Kreis mit dem DNB Remix von Chris SU – wir waren im September beim Björk Konzert in Berlin um die 13 zu feiern und das war das bisher beste Konzert, das wir 2013 besucht haben, ich hätte gerne die Bibliophilia Tour (nicht als open air) gesehen – aber das können wir in den nächsten Jahren ja immer noch machen. Denn 13 sind nur der Anfang 🙂

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Socialkram (einigermassen datengeschützt):

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